Öko-Test - 15 Obstbrei Testsieger

15 Obstbrei im Test-Vergleich von Öko-Test

Öko-Test

09/2024 - Öko-Test

Ökotest Obstbrei-Test 2024 – Ein Blick auf Qualität und Sicherheit

Eltern wollen nur das Beste für ihre Kinder, insbesondere wenn es um die erste Beikost geht. Obstbrei, eine der beliebtesten Optionen, bietet eine süße und schmackhafte Alternative zum klassischen Gemüsebrei. Doch wie steht es um die Qualität und Sicherheit dieser Produkte? Ökotest hat 15 verschiedene Obstbreie für Babys auf Herz und Nieren geprüft. Das Ergebnis zeigt erfreuliche Fortschritte, aber auch weiterhin einige problematische Aspekte, die Eltern im Auge behalten sollten.

Testmethodik: Fokus auf Inhaltsstoffe und weitere Mängel

Ökotest hat die Produkte nach zwei Hauptkriterien bewertet:

  • Inhaltsstoffe: Die Reinheit und Sicherheit der Zutaten standen im Mittelpunkt. Hier wurde untersucht, ob die Breie Pestizidrückstände, Schwermetalle, Bisphenol A (BPA) oder andere problematische Stoffe enthalten. Auch Zusatzstoffe wie Vitamine und Verdickungsmittel wurden kritisch betrachtet.
  • Weitere Mängel: Aspekte wie die Verpackung, irreführende Deklarationen und Verzehrsempfehlungen wurden ebenfalls unter die Lupe genommen. Besonderes Augenmerk lag auf der Transparenz der Etikettierung und der Umweltverträglichkeit der Verpackungen.

Die Testprodukte wurden in spezialisierten Laboren auf Pestizide, Schwermetalle, Keime und Bisphenol A untersucht. Auch Deklarationen wie „ohne Zuckerzusatz“ oder Empfehlungen, den Brei pur als Mahlzeit zu geben, wurden bewertet.

Ergebnisse: Licht und Schatten bei den getesteten Obstbreien

Fortschritte in der Branche: Mehr Bio und weniger problematische Stoffe

Im Vergleich zu früheren Tests zeigte sich eine positive Entwicklung. Alle getesteten Produkte stammen mittlerweile aus biologischem Anbau, was bedeutet, dass sie ohne den Einsatz synthetischer Pestizide hergestellt wurden. Auch fanden sich in keinem der getesteten Produkte Rückstände von Pestiziden oder problematische Keime. Dies zeigt, dass Hersteller zunehmend auf Qualität und Sicherheit achten.

Zudem enthielten die meisten Bio-Produkte tatsächlich nur Obst als Hauptzutat. Dies war nicht immer der Fall: Bei früheren Tests wurden oft Säfte und Verdickungsmittel gefunden, die den Fruchtgehalt minderten. Diesmal lag der Fokus der Hersteller deutlich auf natürlichen Zutaten, und zwölf von 15 getesteten Breien bestanden nur aus reinem Obst.

Problemfall Bisphenol A: Unerwartete Belastungen

Trotz der positiven Entwicklungen gab es in diesem Test auch kritische Befunde. Ein Hauptproblem war die Belastung einiger Produkte mit Bisphenol A (BPA), einer Chemikalie, die hormonell wirken kann und als fortpflanzungsgefährdend eingestuft ist. In sechs der getesteten Produkte wurden erhöhte BPA-Werte festgestellt, die deutlich über den neuen, strengen Grenzwerten der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) lagen. Diese festgelegte tolerierbare tägliche Aufnahme (TDI) ist seit 2023 auf 0,2 Nanogramm pro Kilogramm Körpergewicht festgelegt – 20.000 Mal niedriger als zuvor.

Besonders betroffen war der Sprösslinge Apfel Holsteiner Cox Brei, dessen BPA-Werte die zulässige Dosis für ein acht Kilogramm schweres Baby um das 181-Fache überschritten. Obwohl die Hersteller versicherten, dass BPA nicht absichtlich in ihren Verpackungen verwendet wird, bleibt die Ursache unklar. Die Problematik könnte durch Kontaminationen während der Produktion oder des Transports entstehen, was zeigt, dass hier dringend weitere Untersuchungen notwendig sind.

Irreführende Deklarationen: „Ohne Zuckerzusatz“ und falsche Verzehrsempfehlungen

Ein weiteres kritisches Thema waren irreführende Angaben auf den Etiketten. Viele Hersteller werben mit der Aussage „ohne Zuckerzusatz“. Dies bedeutet jedoch nicht, dass die Produkte zuckerarm sind. Fruchtzucker ist auch Zucker, und einige Produkte enthielten mehr als 13 Gramm Zucker pro 100 Gramm – das entspricht etwa acht Würfelzuckern pro Glas. Obwohl der Zucker aus natürlichen Quellen stammt, birgt ein hoher Konsum Risiken wie Karies, Übergewicht und Stoffwechselstörungen. Besonders problematisch ist, dass einige Etiketten suggerieren, der Obstbrei sei eine gesunde Zwischenmahlzeit, obwohl Experten empfehlen, ihn nur als Teil eines ausgewogenen Getreide-Obst-Breis anzubieten.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) rät, pürierte Früchte nicht als alleinige Mahlzeit zu verwenden, da diese zu einem stärkeren Anstieg des Blutzuckers führen können als der Verzehr von frischem Obst. Dies wurde von Ökotest als Deklarationsmangel eingestuft.

Bewertung der einzelnen Produkte: Highlights und Problemfälle

Testsieger: Sehr gut bewertete Produkte

  • K-Bio Banane in Apfel (Kaufland)
  • Alnatura Apfel-Heidelbeere, Demeter
  • Bio-Obstbrei Mamia Apfel-Mango (Aldi Süd)
  • Babydream Erdbeere & Himbeere in Apfel (Rossmann)
  • Edeka Bio Mango in Apfel, Demeter

Diese Produkte überzeugten durch reine Zutaten ohne zusätzliche problematische Inhaltsstoffe. Der Zuckergehalt war moderat, und keine der Proben wies erhöhte BPA-Werte auf.

Produkte mit „Befriedigend“ und „Ausreichend“ bewertet

Einige Produkte, wie Freche Freunde Baby Apfel, Erdbeere & Blaubeere und Holle Waldbeeren in Apfel, erhielten nur „ausreichend“, hauptsächlich aufgrund von BPA-Belastungen und irreführenden Deklarationen. Obwohl die Inhaltsstoffe grundsätzlich in Ordnung waren, führten diese Mängel zu einer deutlichen Abwertung.

Schlussfolgerungen: Vorsicht bei BPA und Zuckerfallen

Die Ergebnisse des Tests sind gemischt. Einerseits zeigt sich eine erfreuliche Entwicklung hin zu mehr Bio und weniger Zusatzstoffen. Andererseits bleibt der BPA-Befund ein alarmierendes Signal. Hersteller müssen dringend herausfinden, wie die Chemikalie in die Breie gelangt, um dies künftig zu verhindern.

Zudem sollten Eltern beim Kauf darauf achten, dass ein Produkt nicht nur „ohne Zuckerzusatz“ deklariert ist, sondern tatsächlich einen moderaten Zuckergehalt aufweist. Ein reiner Obstbrei ist keine vollwertige Mahlzeit und sollte nur in Kombination mit Getreide gefüttert werden.

Empfehlungen für Eltern: Worauf beim Kauf achten?

  • Verpackung: Achten Sie auf BPA-freie Verpackungen. Diese Information ist oft schwer zu finden, daher kann eine Nachfrage beim Hersteller sinnvoll sein.
  • Zuckerfallen vermeiden: Prüfen Sie den Zuckergehalt der Produkte genau, auch wenn „ohne Zuckerzusatz“ angegeben ist.
  • Gesunde Kombinationen: Verwenden Sie Obstbrei als Ergänzung zu Getreidebrei, um eine ausgewogene Mahlzeit zu gewährleisten.
  • Bio-Qualität bevorzugen: Bio-Produkte haben sich in diesem Test als sicherer erwiesen, da sie weniger Zusatzstoffe enthalten.

Fazit: Fortschritte mit Herausforderungen

Der Ökotest-Report über Obstbreie für Babys zeigt eine positive Entwicklung im Bereich der Inhaltsstoffe, aber auch eine dringende Notwendigkeit zur Überprüfung und Verbesserung der Verpackungs- und Herstellungsverfahren. BPA und irreführende Etiketten bleiben problematische Aspekte, die in Zukunft hoffentlich gelöst werden können. Eltern sollten aufmerksam bleiben und Produkte kritisch prüfen, um die beste Wahl für ihre Kinder zu treffen.

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