Öko-Test - 21 Kaffeepads Testsieger
21 Kaffeepads im Test-Vergleich von Öko-Test
In diesem Vergleich wurden getestet:
09/2024 - Öko-Test
Inhaltsverzeichnis
- Ökotest Kaffeepads 2024: Ein Überblick über die Ergebnisse
- Nur ein Testsieger
- Geschmack: Viele Produkte überzeugten, Senseo enttäuschte
- Schadstoffe: Acrylamid und Furan weit verbreitet
- Pestizide: Rückstände in drei Vierteln der Produkte
- Nachhaltigkeit und faire Arbeitsbedingungen: Transparenz oft mangelhaft
- Fazit: Große Unterschiede bei Geschmack und Schadstoffen
Ökotest Kaffeepads 2024: Ein Überblick über die Ergebnisse
In der neuesten Ausgabe des Ökotest Magazins wurden 21 verschiedene Kaffeepads unter die Lupe genommen. Kaffeepads sind praktisch und weit verbreitet, doch wie schneiden sie in Bezug auf Geschmack, Schadstoffe und Nachhaltigkeit ab? Der Test zeigt, dass viele Produkte Schwächen aufweisen – insbesondere bei den Inhaltsstoffen. Lediglich ein Produkt erhielt die Gesamtnote "gut", während viele andere aufgrund von Schadstoffbelastungen oder unzureichenden Anbaupraktiken abgewertet wurden.
Nur ein Testsieger
Von den 21 getesteten Produkten konnte nur die Marke Fairglobe Faire Bio Kaffeepads Crema von Lidl die Tester überzeugen und mit der Gesamtnote „gut“ abschneiden. Dies lag vor allem an den relativ niedrigen Schadstoffbelastungen sowie fairen und transparenten Anbaubedingungen. Besonders problematisch erwiesen sich im Test hingegen die Kaffeepads von Senseo, die sowohl beim Geschmack als auch bei den Schadstoffen durchfielen. Einige Produkte, die einen guten Geschmack boten, schnitten in anderen Bereichen wie Acrylamidbelastung oder Lieferkettentransparenz schlecht ab.
Geschmack: Viele Produkte überzeugten, Senseo enttäuschte
Ein wichtiger Bestandteil des Tests war die Sensorik, also der Geschmack und Geruch des fertigen Kaffees. Hier schnitten überraschend viele Kaffeepads gut ab: Fast die Hälfte der getesteten Produkte erhielt in dieser Kategorie die Bewertung „sehr gut“. Enttäuschend war allerdings das Ergebnis von Senseo Caffè Crema, das bei der Verkostung mit „mangelhaft“ bewertet wurde. Den Testern fiel vor allem der „leicht brandige“ Geruch und ein „derber, unausgewogener Geschmack“ auf.
Schadstoffe: Acrylamid und Furan weit verbreitet
Neben dem Geschmack wurden die Kaffeepads auf gesundheitsschädliche Stoffe untersucht, die während des Röstvorgangs entstehen können. Acrylamid, ein potenziell krebserregender Stoff, wurde in vielen Produkten gefunden. Besonders auffällig war die Belastung bei den Pads von Netto und Rossmann, die den EU-Richtwert überschritten. Nur vier Produkte wiesen so geringe Acrylamidgehalte auf, dass sie nicht abgewertet wurden.
Ein weiteres Problem war der Nachweis von Furan und Methylfuranen, die in allen getesteten Produkten vorkamen. Diese Verbindungen können langfristig die Leber schädigen und wurden in allen Kaffeeaufgüssen nachgewiesen. Laut der europäischen Lebensmittelsicherheitsbehörde (EFSA) bergen diese Stoffe ein gesundheitliches Risiko, weshalb alle Produkte in dieser Kategorie abgewertet wurden.
Pestizide: Rückstände in drei Vierteln der Produkte
Ein weiteres Problemfeld waren Pestizidrückstände, die in mehr als drei Vierteln der getesteten Produkte gefunden wurden. Besonders ärgerlich war der Nachweis von Glyphosat in den Bio-Kaffeepads von Alnatura und Dm, obwohl dieses Pestizid im ökologischen Landbau verboten ist. In diesen Fällen könnte der Nachweis auf Verwehungen von konventionell bewirtschafteten Feldern zurückzuführen sein.
Nachhaltigkeit und faire Arbeitsbedingungen: Transparenz oft mangelhaft
Neben den Schadstoffen wurde auch untersucht, ob die Anbieter faire und nachhaltige Anbaubedingungen sicherstellen. Hier zeigte sich, dass nur wenige Hersteller ihre Lieferketten vollständig offenlegen konnten. Lediglich vier Anbieter – Lidl, Dm, Alnatura und Gepa – machten ihre Lieferketten bis hin zu den Anbaugebieten transparent. Die meisten anderen Anbieter konnten oder wollten keine vollständigen Angaben machen. Besonders enttäuschend war, dass große Marken wie Lavazza und Melitta keinerlei Informationen zur Herkunft ihres Kaffees preisgaben.
Einige Produkte sind zwar mit Siegeln wie Fairtrade oder Rainforest Alliance ausgezeichnet, doch selbst diese Zertifizierungen reichen oft nicht aus, um existenzsichernde Löhne zu garantieren. Die einzige Marke, die nachweisen konnte, dass sie überdurchschnittliche Preise zahlt und langfristige Handelsbeziehungen pflegt, war Gepa. Allerdings schnitten die Gepa Orgánico Caffè Crema Pads in Bezug auf die Schadstoffbelastungen so schlecht ab, dass sie insgesamt nur die Note „ausreichend“ erhielten.
Fazit: Große Unterschiede bei Geschmack und Schadstoffen
Der Test zeigt deutlich, dass Kaffeepads hinsichtlich Geschmack und Schadstoffbelastungen große Unterschiede aufweisen. Während fast die Hälfte der Produkte geschmacklich überzeugen konnte, enttäuschten viele aufgrund von gesundheitsschädlichen Inhaltsstoffen wie Acrylamid und Furanen. Auch im Bereich der sozialen und ökologischen Nachhaltigkeit bleibt viel Raum für Verbesserungen. Verbraucher, die Wert auf einen schadstoffarmen und fair produzierten Kaffee legen, sollten besonders auf Siegel und transparente Lieferketten achten.
Mit den Fairglobe Faire Bio Kaffeepads Crema von Lidl steht jedoch ein Produkt zur Verfügung, das in allen Kategorien solide abschneidet und eine gute Wahl für umwelt- und gesundheitsbewusste Konsumenten darstellt.