MountainBIKE - 5 Motoren Testsieger
5 Motoren im Test-Vergleich von MountainBIKE
In diesem Vergleich wurden getestet:
12/2025 - MountainBIKE
Inhaltsverzeichnis
Wie läuft ein direkter Motorenvergleich unter realen Bedingungen ab?
Im zweiten Teil seines umfangreichen E-MTB-Motorentests hat das Magazin MountainBIKE erneut bewusst auf eine Einteilung in Kategorien verzichtet. Stattdessen trafen starke Full-Power-Systeme und moderne Light-Assist-Antriebe direkt aufeinander – unter identischen Bedingungen und mit akribisch abgestimmten Setups. Im Fokus stand nicht allein die Leistung auf dem Papier, sondern die reale Performance am Berg: ein 457 Meter langer Testtrail mit 74 Höhenmetern und durchschnittlich 16,4 Prozent Steigung, gespickt mit steilen Rampen, Wurzelpassagen und technischen Hindernissen. Die Fahrwerke wurden individuell auf die Tester eingestellt, die Reifendrücke vereinheitlicht, die Akkus voll geladen. Ziel war ein realistisches Bild: Wie gut funktionieren die Motoren im Zusammenspiel mit dem Bike – und wie schnell kommt man damit tatsächlich voran?
Wer setzte sich an die Spitze – und warum?
Mit 1:52 Minuten holte sich Boschs neuer Performance Line CX Race die Bestzeit im zweiten Testblock – lediglich geschlagen vom DJI Avinox aus Teil 1. Der rennoptimierte CX-R überzeugte mit direkter Kraftentfaltung, starkem Nachlauf und hoher Kontrolle im technischen Gelände, verlangt jedoch Erfahrung im Umgang mit seiner dynamischen Fahrcharakteristik. Unter den leichteren Motoren fuhr der Bosch SX auf Platz eins: Bei deutlich geringerem Systemgewicht beeindruckte er mit überraschend starkem Schub, setzte aber hohe Trittfrequenzen voraus. Auch der neue Pinion-Motor mit integrierter Getriebeschaltung zeigte viel Durchzug, fiel im Steilgelände jedoch durch Schaltunterbrechungen und Geräuschkulisse auf. Am Ende zeigte sich: Nicht allein rohe Power zählt, sondern das Zusammenspiel aus Systemgewicht, Dosierbarkeit, Geräuschverhalten und Steuerbarkeit auf anspruchsvollen Trails.
Wie unterscheiden sich Full-Power- und Light-Antriebe im Trail-Einsatz?
Die getesteten Full-Power-Systeme lieferten insgesamt die besseren Zeiten, bringen aber auch mehr Gewicht mit sich. Besonders der Bosch CX-R und das Pinion-System überzeugten mit starker Unterstützung, auch wenn sie unterschiedlich ausgelegt sind – der eine dynamisch-sportlich, der andere eher kraftvoll-konstant. Die Light-Assist-Antriebe dagegen wiegen meist unter 2,5 Kilogramm und richten sich an Fahrerinnen und Fahrer, die eher das natürliche Fahrgefühl suchen und sich aktiv einbringen wollen. Der TQ HPR 60 etwa punktete mit leiser, harmonischer Unterstützung, verlangte aber deutlich mehr Körpereinsatz in steilen Passagen. Fazua und Bosch SX bildeten in dieser Kategorie die schnellsten Systeme, wobei der SX besonders nahe an die Performance der schweren Motoren heranrückte.
Was lässt sich aus dem Test für die Praxis ableiten?
Die Redaktion von MountainBIKE zieht ein klares Fazit: Die Grenzen zwischen den beiden Motorengruppen verschwimmen zunehmend. Moderne Light-Systeme wie der Bosch SX holen beim Schub deutlich auf, während Full-Power-Antriebe wie der DJI Avinox zeigen, dass auch Kraftpakete inzwischen mit moderatem Gewicht und guter Dosierbarkeit auftrumpfen können. Die Auswahl des „richtigen“ Motors hängt also immer stärker vom Einsatzzweck, der persönlichen Fitness und den Fahrgewohnheiten ab. Wer im technischen Uphill maximale Unterstützung will, greift zu einem Full-Power-System. Wer dagegen ein aktiveres, weniger motorisiertes Fahrerlebnis sucht, findet unter den Leichtantrieben mittlerweile überzeugende Alternativen.