Cavallo - 4 Reithelme Testsieger
4 Reithelme im Test-Vergleich von Cavallo
In diesem Vergleich wurden getestet:
08/2025 - Cavallo
Inhaltsverzeichnis
Warum brauchte es eine neue Reithelm-Norm?
Fast neun Jahre lang wurde an der EN 1384:2023 gearbeitet, ehe sie schließlich in Kraft trat. CAVALLO erklärt gemeinsam mit dem TÜV Rheinland, dass die alte Fassung von 2012 Stürze nicht mehr realitätsnah genug abbildete. Die wesentlichen Änderungen sind höhere Fallhöhen, ein zusätzlicher Aufschlag auf einen kerbförmigen Amboss sowie mehr seitlicher Druck auf die Helmschale. Gerade der Kerb-Test simuliert nun besser den Aufprall auf scharfe Kanten wie Bordsteine oder Boxentüren.
Wie liefen die Prüfungen bei CAVALLO und dem TÜV Rheinland ab?
Vier fabrikneue Modelle – zwei In-Mold- und zwei Hartschalenhelme – wurden in der Prüfstelle des TÜV Rheinland genau nach Norm belastet. Zunächst zog ein Gewicht am Kinnriemen; er durfte maximal 25 Millimeter nachgeben und musste intakt bleiben. Danach schlugen die Helme vorn, seitlich sowie hinten auf, zuletzt aus 1,5 Metern auf den scharfen Kerb-Amboss. Eine 3-Kilogramm-Stahlkugel testete die Durchdringungsfestigkeit, und zum Schluss pressten zwei Stahlplatten 800 Newton seitlich auf die Kalotte. Messfühler registrierten Beschleunigung, Verformung und eventuelle Risse. Die gesamte Versuchsreihe fand unter Aufsicht von CAVALLO-Redakteurin Kristina Hofer statt, sodass beide Partner – Magazin und Prüfinstitut – identische Rohdaten vorliegen haben.
Was zeigte der Ergebnisblock?
Alle vier Helme lagen bei jeder Stoßdämpfung deutlich unter dem Grenzwert von 250 g. Unterschiede gab es eher in Nuancen: Ein Modell dämpfte seitliche Schläge am besten, ein anderes zeigte die geringste bleibende Verformung, und der preisgünstigste Helm blieb in allen Kategorien sicher innerhalb der Norm. Wichtig für die Praxis: Die steiferen Außenschalen und mehrschichtigen EPS-Kerne erhöhen zwar das Gewicht leicht – die Teststücke wogen zwischen 560 und 660 Gramm –, sorgen aber auch für spürbar höhere Durchdringungsfestigkeit. CAVALLO und der TÜV Rheinland betonen, dass ein klar sichtbarer Schaden nach einem Sturz erwünscht ist, weil er signalisiert, dass Energie nicht an den Kopf weitergeleitet wurde und der Helm ersetzt werden muss.
Was bedeutet das für Reiterinnen und Reiter?
Zum ersten Mal seit über einem Jahrzehnt können Käufer sicher sein, dass neue Helme höherem Seiten-, Spitzen- und Kerbaufprall standhalten müssen, bevor sie in den Handel gelangen. Wer viel Wert auf Belüftung legt, sollte beachten, dass zusätzliche Schalenlagen die Luftkanäle etwas verkleinern; die Unterschiede zwischen den Herstellern sind nun größer. Preislich zahlt sich genaue Recherche aus: Schon das günstigste Testmodell erfüllte alle Forderungen souverän, während höherpreisige Helme vor allem bei Komfort- oder Designmerkmalen Punkte sammeln. Die gemeinsame Botschaft von CAVALLO und dem TÜV Rheinland lautet deshalb: Ein aktuelles Zertifikat nach EN 1384:2023 ist das entscheidende Kriterium – und ein Grund, den eigenen alten Helm eventuell auszutauschen.