MountainBIKE - 15 Laufräder unterschiedlicher Klassen Testsieger

15 Laufräder unterschiedlicher Klassen im Test-Vergleich von MountainBIKE

MountainBIKE

10/2026 - MountainBIKE

Was verrät der Test von 14 MTB-Laufradsätzen über Gewicht, Steifigkeit und Fahrgefühl?

Die Testreihe von MOUNTAINBIKE nimmt 14 aktuelle MTB-Laufradsätze aus unterschiedlichen Einsatzbereichen unter die Lupe – von leichten XC-Modellen über Trail- und All-Mountain-Laufräder bis zu robusten Enduro- und E-MTB-Konstruktionen. Statt lediglich Gewichte und technische Daten gegenüberzustellen, untersucht die Redaktion das Laufrad als Gesamtsystem aus Felge, Nabe, Speichen und Speichenspannung. Dafür wurden die Modelle gewogen und vermessen, Rundlauf sowie Seiten- und Höhenschlag kontrolliert und die Spannung der einzelnen Speichen geprüft. Hinzu kamen Steifigkeitsmessungen: Ein Gewicht von 25 Kilogramm belastete die Felge seitlich, anschließend wurde deren Auslenkung ermittelt. In die Endwertung flossen Gewicht mit 40 Prozent, Aufbau mit 30 Prozent, Steifigkeit mit 20 Prozent und Lieferumfang beziehungsweise Ausstattung mit 10 Prozent ein.

Sind leichte Carbon-Laufräder automatisch die bessere Wahl fürs Mountainbike?

Gerade diese scheinbar einfache Frage beantwortet die Testreihe überraschend differenziert. Ein niedriges Gesamtgewicht allein sagt wenig darüber aus, wie agil oder präzise sich ein Laufrad fährt – entscheidend ist unter anderem, an welcher Stelle Masse eingespart wird. Auch Carbon ist Aluminium nicht grundsätzlich überlegen. Carbon erlaubt zwar sehr leichte und steife Konstruktionen, doch durch Fasertyp, Layup und Dimensionierung können Hersteller ebenso gezielt Flex erzeugen. Und genau dieser Flex kann erwünscht sein: Maximale Seitensteifigkeit gilt nicht mehr grundsätzlich als Ideal, weil eine kontrollierte Nachgiebigkeit Schläge absorbieren und Grip sowie Kontrolle verbessern kann. Ähnliches gilt für die Speichen: Weniger Speichen sparen Gewicht, während eine größere Anzahl die Belastung auf mehr Elemente verteilt. Der Test macht damit deutlich, dass Material, Gewicht oder ein einzelner Spitzenwert noch keinen hervorragenden Laufradsatz ergeben.

Welcher MTB-Laufradsatz passt am Ende zu welchem Einsatzgebiet?

Die Ergebnisse zeigen vor allem, wie unterschiedlich die Anforderungen von XC, Trail/All-Mountain, Enduro und E-MTB ausfallen. Im XC-Bereich stehen geringes Gewicht und effiziente Beschleunigung stärker im Mittelpunkt, während bei Trail- und Enduro-Laufrädern Robustheit, kontrollierter Flex und zuverlässige Fahreigenschaften wichtiger werden. Beim E-MTB kommen nochmals höhere Belastungen hinzu. Entsprechend reicht das Testfeld von leichten Konstruktionen bis zu deutlich massiveren Laufrädern, ohne dass sich allein daraus eine Qualitätsrangfolge ableiten ließe. Selbst Speichenzahl und -spannung müssen zum jeweiligen Gesamtsystem passen. Genau darin liegt die interessante Erkenntnis dieser Testreihe: Den universell besten Konstruktionsweg gibt es nicht. Ein überzeugendes MTB-Laufrad entsteht vielmehr dann, wenn Gewicht, Steifigkeit, Felge, Speichen, Nabe und Einsatzzweck konsequent aufeinander abgestimmt sind.

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