Öko-Test - 20 Vollkornspaghetti Testsieger
20 Vollkornspaghetti im Test-Vergleich von Öko-Test
In diesem Vergleich wurden getestet:
03/2020 - Öko-Test
Inhaltsverzeichnis
- Ökotest Vollkornspaghetti: Eine Revolution in der Pasta-Welt?
- Warum Vollkornspaghetti?
- Zahlen und Fakten
- Das Testverfahren des Ökotest Vollkorn-Spaghetti Tests
- Ökotest Testergebnisse: Von „sehr gut“ bis „ungenügend“
- Empfehlungen für Einsteiger
- Fazit: Bessere Kontrolle notwendig
- Ökotest Ratgeber für Verbraucher
- Schlusswort
Ökotest Vollkornspaghetti: Eine Revolution in der Pasta-Welt?
Pasta ist ein Grundnahrungsmittel in vielen Haushalten und erfreut sich weltweit großer Beliebtheit. Vollkornspaghetti, eine gesündere Variante, bieten eine ballaststoffreiche Alternative zu herkömmlicher Pasta. Ökotest hat 20 verschiedene Marken getestet, um herauszufinden, welche Produkte den hohen Ansprüchen an Geschmack und Schadstofffreiheit gerecht werden. Dabei zeigte sich, dass knapp die Hälfte der getesteten Produkte empfehlenswert ist, während der Rest teils stark mit Schimmelpilzgiften belastet ist.
Warum Vollkornspaghetti?
Vollkornspaghetti sind nicht nur lecker, sondern auch gesund. Sie bieten eine einfache Möglichkeit, die Ernährung ballaststoffreicher zu gestalten. Ballaststoffe sind wichtig für eine gesunde Verdauung und können das Risiko für verschiedene Krankheiten senken. Vollkornspaghetti enthalten darüber hinaus mehr Mineralien und Vitamine als ihre raffinierten Pendants.
Zahlen und Fakten
Eine Portion (125 Gramm) Vollkornspaghetti enthält durchschnittlich 10 Gramm Ballaststoffe, ein Drittel der von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfohlenen Tagesmenge. Dinkel-Vollkornspaghetti bieten sogar fast 14 Gramm Ballaststoffe pro Portion. Der Mineraliengehalt in Vollkornnudeln ist viermal höher als in herkömmlicher Pasta, besonders reich an Eisen, Magnesium, Zink und B-Vitaminen.
Das Testverfahren des Ökotest Vollkorn-Spaghetti Tests
Ökotest hat 20 Vollkornspaghetti-Marken auf Herz und Nieren geprüft. Im Fokus standen dabei Schadstoffe wie Schimmelpilzgifte, Pestizide, Schwermetalle und Mineralölbestandteile. Zusätzlich wurden Geschmack, Geruch und Mundgefühl von drei Sensorikexperten bewertet, die die Spaghetti nach den Packungsangaben zubereiteten.
Ökotest Testergebnisse: Von „sehr gut“ bis „ungenügend“
- Sehr gute Vollkornspaghetti: Acht der getesteten Produkte schnitten mit „sehr gut“ ab. Diese Marken waren frei von bedenklichen Schadstoffen und überzeugten auch in puncto Geschmack und Konsistenz. Ein Produkt erhielt die Bewertung „gut“.
- Schimmelpilzgifte als Hauptproblem: Mehr als die Hälfte der getesteten Produkte war mit Schimmelpilzgiften belastet, fünf davon sogar stark. Schimmelpilzgifte wie T2- und HT2-Toxine können Blutzellen und das Immunsystem schädigen. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat die Sicherheitsbewertung für diese Toxine aufgrund neuer Daten verschärft, was Ökotest als Grundlage für ihre Bewertung nahm. Erhöhte Gehalte führen zu einer Überschreitung der tolerierbaren Menge und sind daher als bedenklich einzustufen.
- Herkunft der Schimmelpilzgifte: Schimmelpilzgifte gelangen schon auf dem Feld ins Korn, besonders in die Randschichten, die bei der Herstellung von Vollkornprodukten verwendet werden. Daher sind Vollkornprodukte potenziell stärker belastet als Weißmehlprodukte. Allerdings sind auch Belastungen bei hellen Nudeln nicht ausgeschlossen.
- Pestizide und andere Schadstoffe: Besonders bedenklich waren die Rückstände von Insektenspritzgiften wie Cypermethrin und Pirimiphos-methyl in den Buitoni Integrale Spaghettini. Diese Pestizide sind zwar in den gemessenen Mengen unterhalb der zulässigen Grenzen, gelten jedoch als besonders gefährlich für Bienen. Positiv fiel auf, dass alle anderen getesteten Spaghetti frei von Pestiziden waren. Schwermetalle wie Cadmium oder Nickel wurden nur in Spuren gefunden, und nennenswerte Gehalte an Mineralölbestandteilen traten lediglich bei den Riesa Vollkorn Nudeln Spaghetti auf.
- Geschmack und Konsistenz: Alle getesteten Nudeln ließen sich nach den Packungsangaben gut bissfest zubereiten. Geschmacklich sind Vollkornspaghetti herber und getreidiger als helle Nudeln und haben ein „leicht stumpfes“ Mundgefühl, was bei Vollkornprodukten normal ist. Einige Tester bemerkten auch nussige und zimtige Noten. Negativ fiel jedoch die Bio Zentrale Vollkorn Spaghetti auf, die „leicht dumpf“ rochen und schmeckten.
Empfehlungen für Einsteiger
Für diejenigen, die sich erst an den Geschmack von Vollkornspaghetti gewöhnen möchten, bieten einige Produkte einen milderen Geschmack. Diese Spaghetti sind heller, da sie weniger äußere Schalenanteile enthalten, aber immer noch als Vollkorn durchgehen. Marken wie Netto, Edeka, Kaufland und Zabler bieten „sehr gute“ Spaghetti, die nur leicht herb im Geschmack sind.
Fazit: Bessere Kontrolle notwendig
Die Testergebnisse zeigen, dass es bei der Herstellung von Vollkornspaghetti noch Verbesserungspotenzial gibt. Besonders die Belastung mit Schimmelpilzgiften stellt ein erhebliches Problem dar. Hersteller müssen ihr Getreide sorgfältiger kontrollieren, um gesundheitsschädliche Stoffe zu vermeiden. Verbraucher sollten auf die Testergebnisse achten und bevorzugt Produkte wählen, die keine Schadstoffe enthalten.
Ökotest Ratgeber für Verbraucher
- Neuer Versuch: Vollkornpasta hat sich geschmacklich verbessert und lohnt einen zweiten Versuch.
- Einsteiger-Tipp: Die „sehr guten“ Spaghetti von Netto, Edeka, Kaufland und Zabler sind nur leicht herb im Geschmack.
- Schimmelpilzgifte meiden: Obwohl nicht akut gefährlich, sollten belastete Spaghetti gemieden werden. Bevorzugen Sie eine der neun Marken ohne dieses Problem.
Schlusswort
Die Ergebnisse von Ökotest zeigen, dass Vollkornspaghetti eine gesunde Alternative zu herkömmlicher Pasta sein können. Allerdings ist Vorsicht geboten, da viele Produkte noch mit Schadstoffen belastet sind. Eine sorgfältige Auswahl der Marken kann helfen, die gesundheitlichen Vorteile von Vollkornspaghetti voll auszuschöpfen.