Öko-Test - 19 Antimschimmelfarben Testsieger

19 Antimschimmelfarben im Test-Vergleich von Öko-Test

In diesem Vergleich wurden getestet:

1 Auro Anti-Schimmel-Farbe 1 Liter (Nr. 327)
Auro Anti-Schimmel-Farbe 1 Liter (Nr. 327)
★★★★
2 Baufix GmbH Baufix Schimmelschutzfarbe 2,5 l
Baufix GmbH Baufix Schimmelschutzfarbe 2,5 l
★★★★
3 Vincent Protect Weiss Resistent gegen Schimmel 2,5 l
Vincent Protect Weiss Resistent gegen Schimmel 2,5 l
4 SYCOFIX Antischimmelfarbe Super Weiß 750 ml
SYCOFIX Antischimmelfarbe Super Weiß 750 ml
★★★★
5 Toom Badweiß seidenmatt 5 l
Toom Badweiß seidenmatt 5 l
6 Hornbach Anti-Schimmel-Farbe 2,5 Liter
Hornbach Anti-Schimmel-Farbe 2,5 Liter
7 PRIMASTER Bad + Küchen Farbe 2.5 l
PRIMASTER Bad + Küchen Farbe 2.5 l
8 Profitan Bad- und Küchenfarbe 5 l
Profitan Bad- und Küchenfarbe 5 l
9 Renovo Feuchtraumfarbe weiß matt 5 l weiß
Renovo Feuchtraumfarbe weiß matt 5 l weiß
★★★★★
ab 34,80 €
10 Swingcolor Bad- & Küchenfarbe 1l
Swingcolor Bad- & Küchenfarbe 1l
★★★★
11 Ultrament Schimmel Stopp
Ultrament Schimmel Stopp
★★★★
12 Brillux Schimmelschutz 930 Innendispersion
Brillux Schimmelschutz 930 Innendispersion
13 Alpina Farben Alpina Bad- und Küchenfarbe 5 l weiß
Alpina Farben Alpina Bad- und Küchenfarbe 5 l weiß
★★★★★
ab 42,99 €
14 Caparol Malerit-W 12,5 l
Caparol Malerit-W 12,5 l
ab 140,34 €
15 Obi Anti-Schimmel-Farbe weiß
Obi Anti-Schimmel-Farbe weiß
16 Opus 1 Küchen- & Badweiss
Opus 1 Küchen- & Badweiss
17 Pocoline Anti-Schimmel-Farbe
Pocoline Anti-Schimmel-Farbe
18 Relius Fungosan Top
Relius Fungosan Top
19 Schimmel X Anti Schimmel Farbe 5l
Schimmel X Anti Schimmel Farbe 5l
★★★★
Öko-Test

03/2018 - Öko-Test

Ökotest Test von Antischimmelfarben

Schimmelbefall in Wohnungen stellt nicht nur ein ästhetisches Problem dar, sondern kann auch ernsthafte gesundheitliche Risiken mit sich bringen. Studien zeigen Zusammenhänge zwischen Schimmel und verschiedenen Allergien sowie Atemwegserkrankungen. Besonders problematisch sind bestimmte Schimmelpilzarten, die Asthmabeschwerden verstärken oder Atemnot verursachen können. In diesem Artikel beleuchten wir die Methodik und Ergebnisse eines Tests von Antischimmelfarben, durchgeführt von ÖKO-TEST.

Schimmel in der Wohnung: Wie entsteht er?

Schimmelpilzsporen verteilen sich über die Luft und finden in einem feuchten Raumklima oder auf einem feuchten Untergrund ideale Wachstumsbedingungen. Materialien, an denen organische Partikel wie Hausstaub, Fasern und Hautschuppen gut haften können, sind besonders anfällig. Dazu zählen viele Tapeten, Papier, Pappe und Holz. Einige Schimmelpilzarten gedeihen bereits bei einer relativen Luftfeuchtigkeit von 70 bis 80 Prozent.

Gesundheitliche Risiken durch Schimmel

Der Schimmelbefall in Wohnräumen kann gravierende gesundheitliche Folgen haben. Bestimmte Schimmelpilzarten können Asthmabeschwerden verstärken und zu Atemnot führen. Langfristige Exposition gegenüber Schimmelsporen kann allergische Reaktionen und chronische Atemwegserkrankungen auslösen.

Funktionsweise von Antischimmelfarben

Spezielle Wandfarben mit deklarierter Antischimmelwirkung sollen nach gründlicher Reinigung befallener Stellen langfristig neues Pilzwachstum verhindern. Diese Farben sind besonders in Feuchträumen wie Bädern oder Küchen nützlich. Jedoch enthalten sie in der Regel Biozide – Wirkstoffe, die schädliche Organismen wie Pilze zerstören sollen, aber auch problematisch für Mensch und Umwelt sein können.

Ökotest: Kritische Inhaltsstoffe in Antischimmelfarben

Viele Antischimmelfarben enthalten Biozide wie Octylisothiazolinon (OIT), Jodpropinylbutylcarbamat (JPBC) und Zinkpyrithion. Diese Substanzen sind stark gewässergefährdend und können allergische Reaktionen hervorrufen. Sie lösen sich nur sehr langsam, aber durch Ausdünstungen und Farbabrieb sind Belastungen von Raumluft und Hausstaub möglich. Zudem enthalten viele Farben Konservierungsmittel wie Formaldehyd/-abspalter, die als krebsverdächtig gelten.

Testergebnisse

ÖKO-TEST hat 19 weiße Farben gegen Schimmel in Baumärkten und Fachgeschäften eingekauft. Rund die Hälfte der Produkte ist explizit als Antischimmelfarbe ausgelobt, die meisten anderen als Bad- und/oder Küchenfarbe mit entsprechender Wirkformel. Die Produkte wurden auf ihre Inhaltsstoffe, insbesondere auf Biozide und Konservierungsmittel, untersucht. Die meisten der getesteten Antischimmelfarben enthalten gesundheitlich bedenkliche Biozide und weitere schädliche Substanzen. Von den 19 getesteten Produkten fielen sieben mit "ungenügend" durch. Nur eine Farbe auf Kalkbasis konnte uneingeschränkt empfohlen werden. Besonders problematisch sind Isothiazolinone, die in fast allen Produkten enthalten sind und allergische Reaktionen sowie Reizungen von Augen und Haut verursachen können.

Spezifische Problemfälle

Einige Produkte enthielten größere Mengen Formaldehyd/-abspalter, entgegen der Annahme, dass diese Konservierungsmittel in Farben und Lacken kein Thema mehr seien. Formaldehyd ist krebsverdächtig und kann Schleimhäute reizen sowie Allergien auslösen. Zudem wurden in drei Antischimmelfarben Silber gefunden, ein Edelmetall, das keimhemmend wirkt, aber bei vermehrtem Einsatz die Gefahr birgt, dass Bakterien gegen Silberionen resistent werden könnten.

Empfehlungen und Warnungen von Ökotest

ÖKO-TEST rät davon ab, Antischimmelfarben zu verwenden, da sie bedenkliche Wirkstoffe enthalten und ihre Wirkung zweifelhaft ist. Bei Schimmelproblemen sollten lieber sachgemäße Lüftungs- und Heizungspraktiken angewendet werden. Bei größeren Befallsstellen oder Schimmelverdacht sollte ein Sachverständiger hinzugezogen und der Vermieter informiert werden.

Alternativen zu Antischimmelfarben

  • Einsatz von Kalkfarben: Kalkfarben gelten als langlebig, umwelt- und gesundheitsverträglich. Der Wirkstoff Calciumhydroxid, auch als Löschkalk bekannt, erhöht den pH-Wert der Wände und verhindert so Schimmelwachstum. Kalkfarben sind besonders in Altbaukellern nützlich, wo die Feuchteursache oft nur schwer zu beseitigen ist.
  • Präventive Maßnahmen: Schimmel lässt sich oft durch richtiges Heizen und Lüften vermeiden. Möbel sollten bei unzureichender Dämmung mindestens fünf bis zehn Zentimeter von der Außenwand entfernt aufgestellt werden. Wenig genutzte Räume sollten immer etwas beheizt und regelmäßig stoßgelüftet werden, auch in kühlen Monaten. Kleineren, oberflächlichen Schimmelbefall kann man mit handelsüblichen, schadstoffarmen Reinigungsmitteln oder Spiritus entfernen.

Schlussfolgerung

Der Test von ÖKO-TEST zeigt, dass viele Antischimmelfarben gesundheitlich bedenkliche Inhaltsstoffe enthalten und ihre langfristige Wirksamkeit zweifelhaft ist. Kalkfarben stellen eine umweltfreundlichere Alternative dar, auch wenn sie die Ursache des Schimmelproblems nicht beheben können. Die wirksamste Methode zur Vermeidung von Schimmel bleibt ein korrektes Heiz- und Lüftungsverhalten.

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