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9 Dashcams im Härtetest

CT Magazin

20/2018 - CT Magazin

Es mag sie tatsächlich geben, unfallfreie Autofahrer. Doch auch wenn man noch so vorsichtig und umsichtig Auto fährt, kann es schnell zu einem Unfall kommen. Dabei muss es gar nicht immer der große Crash sein, schon kleine Rempler oder Auffahrunfälle können an einem modernen Auto erheblichen und kostenintensiven Schaden hervorrufen. Hier stellt sich nicht zuletzt immer auch die Frage nach der Schuld, wer hat den Unfall verursacht - ein gerade für Versicherungen sehr wichtiger Punkt. Häufig steht dann Aussage gegen Aussage und Gerichte müssen über die Schuldfrage entscheiden. Eine gute Dashcam kann bei der Klärung sehr hilfreich sein. C`t hat sich hier mal etwas genauer umgesehen.

"Nach einem aktuellen BGH-Urteil dürfen Dashcam-Aufnahmen vor Gericht zur Klärung der Schuld bei Unfällen genutzt werden, obwohl die Nutzung gegen Datenschutzrechte verstößt. Frohlockend fluten die Dashcam-Hersteller den Markt mit angeblich BGH-konformen Fahrzeug-Kameras. c’t und der ADAC haben neun Modelle getestet."

Apeman C450

ohne Note

»Die Apeman C450 erinnert an eine Kompaktkamera im Mini-Format. Die Dashcam ist mit 45 Euro nicht nur billig, leider wirkt die Verarbeitung aus so. Zudem fehlt es ihr auch bei der Ausstattung an einigen Details welche teurere Modelle vorweisen können. So gibt es beispielsweise keine Software oder auch eine App. Die Bedienung gelingt zudem weniger komfortabel und problemlos als erhofft. Der empfindliche Bewegungssensor wiederum ist eine Stärke der Apeman, zeichnet sie doch schnell auf wenn Gefahren drohen. Die Bildqualität am Tag ist etwas dunkel, die Farben sind dafür jedoch knallig. Die Aufnahmen bei Nacht sind kaum zu gebrauchen. Kritische Situationen hat die Apeman C450 auf der ADAC-Anlage alle erkannt.«

  • HDMI-Ausgang
  • niedrige Auslöseschwelle
  • billige Verarbeitung

BlackVue DR750S-1CH

ohne Note

»Die BlackVue DR750S-1CH sieht schick aus, ein Display besitzt diese Dashcam nicht. Die Halterung der Kamera kann sich sehen lassen, selbst im Crashtest hat sie einen zuverlässigen Halt gewährleistet. Die Dashcam kann sich per WLAN und App mit dem Smartphone verbinden, bei verschiedenen Android-Smartphones kam es im Test aber immer wieder zu Verbindungsabbrüchen. Eine automatische Verbindung mit der Cloud ist möglich, sodass Videos hochgeladen werden und Live-Videos gestreamt werden können. Videos bei Tag sind kontraststark und mit natürlichen Farben gesegnet. Kennzeichen lassen sich während der Fahrt jedoch nicht erkennen. Bei Nacht sind Kennzeichen generell kaum sichtbar, zumal die Qualität hier durchweg schwach ist. Zudem ist die Kamera durch den Ausweichtest des ADAC gefallen, selbst eine Vollbremsung aus 100 km/h hat den Notfallmodus nicht aktiviert.«

  • stabile Halterung
  • durchdachte Hotspot-Funktion
  • kein Event getriggert

DMAX OBD DashCam

ohne Note

»Die DMAX Full HD DashCam wirkt solide gebaut und lässt sich gut befestigen, den Crashtest hat die Kamera gut überstanden. Es ist eine unsichtbare Verkabelung möglich, ebenso wie der Anschluss an die OBD2-Diagnoseschnittstelle des Autos. Letzteres ist eine interessante Möglichkeit Fahrzeugdaten abzurufen, zum Beispiel ist die Geschwindigkeit für eine Dashcam sehr interessant. Leider ließen sich viele Videos auf der Speicherkarte nicht abspielen, zumal es den Videoaufnahmen generell an Qualität fehlt. Das Standardpasswort "12345678" bei der WLAN-Anbindung ist zudem ein großes Einfallstor für Hacker, zumal die Dashcam über OBD2 direkt mit den Steuergeräten des Autos verbunden ist.«

  • stabile Befestigung
  • ohne sichtbare Kabel integrierbar
  • WLAN mit Standardpasswort

ab 79,90

4 Angebote

Garmin Dash Cam 55

ohne Note

»Die Garmin Dash Cam 55 erinnert ein eine kleine Action-Cam im GoPro-Format, die Verarbeitung der kompakten Kamera ist einwandfrei. Die mitgelieferte Halterung hingegen ist weniger solide, die Magnetverbindung hat sich beim Crashtest gelöst. Die nervigen Sicherheitswarnungen sind im Alltag zudem nervend, bei jedem Fahrzeugstart müssen diese weggeklickt werden. Die rudimentäre Sprachbedienung hat hingegen gefallen, die Sicherung von Fotos und Videos gelingt so per Zuruf. Die Aufnahmequalität bei Tag geht noch in Ordnung, bei Nacht sind die Videos jedoch kaum zu gebrauchen. Auch die beigelegte Software konnte nicht überzeugen.«

  • Sprachsteuerung
  • instabile Halterung
  • keine Analysesoftware

ab 149,90

2 Angebote

Navgear VGA-Dashcam

ohne Note

»Bei der Navgear VGA-Dashcam handelt es sich um ein sehr einfach gestricktes Modell. Zu einem Preis von nur 17 Euro ist sie aber auch sehr günstig zu bekommen und ist auf den ersten Blick durchaus ordentlich gemacht. Das Gehäuse der Dashcam wirkt nicht klapprig, das kleine Display lässt sich gut ablesen. Auch die Bedienung ist sehr einfach. Dass man hier jedoch am falschen Ende gespart hat, wird an der Videoqualität deutlich. Videos zeichnet die Cam mit sehr geringen Bildwinkeln auf, was links und recht passiert ist kaum zu erkennen. Die Aufnahmen wirken zudem sehr verpixelt, am Ende sind meist nur großflächige schwarze Videos erkennbar.«

  • preisgünstig
  • schlechte Bildqualität
  • kein Löschschutz

ab 24,80

2 Angebote

Rollei CarDVR-318

ohne Note

»Die Rollei CarDVR-318 ist eine perfekte Dashcam für Linkslenker, die Ausstattung ist funktional. Die Menüs sind selbsterklärend, die Saugnapfhalterung hat die Kamera im Crashtest jedoch nicht halten können. Zudem ist bei der Auswertung der Videodateien deutlich geworden, dass sich die einzelnen Schnipsel nicht zu einem lückenlosen Video zusammenfügen lassen. Dank mechanischem Auswurfschutz ist die SD-Karte jedoch gut geschützt. Bei Tag sind die Aufnahmen ordentlich und auch Kennzeichen lassen sich entziffern, Nachtaufnahmen hingegen sind etwas dunkel und nur wenige Umrisse sind sichtbar.«

  • gute Bedienbarkeit
  • Kartenschutz
  • lückenhafte Videos

ab 105,88

2 Angebote

Transcend DrivePro 230 (TS16GDP230M)

ohne Note

»Die größte Schwäche der Transcend DrivePro 230 ist die Tatsache, dass sie den Crashtest nicht aufgezeichnet hat, selbst nicht bei einem zweiten Versuch. Auch das WLAN-Standardpasswort gehört in die Klasse Sicherheitsmanko. Aufnahmen geraten zudem eher dunkel, die Aufnahmequalität bei Tag ist jedoch ordentlich. Die Kamera ist recht groß geraten, die seitliche Notfalltaste lässt sich so aber gut erreichen.«

  • gut sichtbare Notfalltaste
  • WLAN-Standardpasswort
  • Unfall nicht mitgeschnitten

TrueCam A7s

ohne Note

»Die TrueCam A7s ist recht dick auftragend an der Windschutzscheibe, wobei dies am als USB-Dongle konzipierten GPS-Modul liegt. Per PC lässt sich dieses mit aktuellen Blitzerdaten füttern. Generell fällt die Konfiguration der Kamera aufgrund vieler Bedienelemente eher schwierig. Die Bildqualität bei Tag ist gut, bei Nacht lassen sich Kennzeichen aber nur noch bei parkenden Autos erkennen. Kritisch sind zudem die Ergebnisse im Crashtest zu bewerten, zweimal hat die Kamera hier die Aufnahme verweigert, Videos wurden trotz aktivierter Kamera nicht gespeichert. Die Analysesoftware für den PC ist wiederum positiv aufgefallen.«

  • gute Analysesoftware
  • Blitzerwarner
  • unsichere Unfallerkennung

121,84

1 Angebot

iTracker mini0906

ohne Note

»Die iTracker mini0906 ist tatsächlich mini und gehört zu den kleinsten Dashcams auf dem Markt. Zum Paket gehört hier eine zusätzliche Kamera für die Heckscheibe, die Installation ist somit doppelt so aufwendig, das Geschehen hinter dem Auto wird aber ebenso erfasst. Die Befestigung gelingt stabil, die Bedienung der Kamera einfach. Schade ist jedoch, dass die Kamera bei Ausweich- und Bremsszenarien nicht immer anschlägt und die automatische Aufzeichnung startet. Generell ist die Bildqualität eher schwach, bei Tag aber noch deutlich besser als in der Nacht.«

  • stabile Befestigung
  • Mini-Funkfernbedienung
  • mangelhafte Event-Erkennung