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Mit dem Objektiv kann man hervorragende Bilder machen, kein Zweifel.
Ich habe aber unterschätzt, wie stark es stört, dass beim Wandern und sogar nach 5 Minuten Spaziergang in der Stadt sich das Objektiv aufgrund seines Gewichts von selbst auf seine volle Länge ausfährt: das ist die doppelte "Normallänge". Dann ist es absolut nicht mehr kompakt, es sieht hässlich aus, und der dünne, lange Tubus ist ungeschützt und stört beim Gehen. Fotografiert man im Stehen etwas auf dem Boden, muss man den Zoomring aktiv festhalten, sonst rutscht das Objektiv heraus und verschiebt so den Ausschnitt in Richtung Tele. Auch ab maximaler Weitwinkelstellung (18mm).
Nikon sagt bei Nachfrage, das sei "normal" und man müsse eben ein Tasche verwenden. Das ist aber Unsinn und bei so einem teueren Objektiv auch eine Zumutung. Ich fotografiere seit 15 Jahren mit Nikon-Objektiven und hatte so etwas noch mit keinem Objektiv, auch nicht bei ähnlichen Zooms. Wirklich schwach von Nikon, und durchaus ein Grund, von diesem Objektiv abzuraten. Hoffentlich tritt dieser Mangel jetzt nicht auch bei anderen Nikon-Objektiven auf, wenn er dort doch angeblich "normal" ist?
Für ein Objektiv mit einem 11fachem Zoomfaktor ist das 18-200 VR erstaunlich klein und leicht. Es verfügt im Gegensatz zu der sehr billigen Einsteiger-Kombi 18-55 VR + 55-200 VR von Nikon dabei über einen Bajonettring aus Metall (statt aus Plastik). Der eingebaute Silent Wave-Autofokus arbeitet schnell und zuverlässig.
Die Abbildungsleistung kann im großen und ganzen überzeugen, zumindest im Bereich zwischen 24 und 160 mm und durchweg in der Schärfe und Farbwiedergabe. Im Weitwinkelbereich zeigen sich zwischen 18 und 24 mm allerdings starke Tonnenverwölbungen, und ab 160 mm verzeichnet das Objektiv recht deutlich kissenförmig, zudem treten sichtbare Vignettierungen auf. Mit Hilfe der Nikon-Software Capture NX 2 (oder Photoshop) lassen sich diese Fehler allerdings auf ein erträgliches Maß reduzieren. Fotografieren mit vollständig geöffneter oder zu weit geschlossener Blende (ab Blende 16) führt zu Qualitätsminderungen in der Abbildung; hier bestehen leider keine einfachen Korrekturmöglichkeiten mittels Software.
Wenig Anlaß zur Kritik bietet dagegen der bei Nikon immer in die Objektive eingebaute Verwackelungsschutz VR. Verfügt der Fotograf über eine ruhige Hand, so sind Freihandaufnahmen selbst bei einer 1/10 Sekunde im leichten Telebereich (bis 70 mm) durchaus möglich.
Das 18-200 VR ist ein echtes Allround-und Reise-Objektiv für Fotografen, die sich unterwegs nicht mit einer Vielzahl von Objektiven belasten möchten. Es bietet eine insgesamt gute Abbildungsleistung mit Schwächen am Anfang und Ende des Brennweitenbereiches und erlaubt praktisch keine echte Makrofotografie. Zudem ist die Lichtstärke mit 3,5 bei 18 und 5,6 ab 135 mm nicht sehr hoch, was aber durch eine Erhöhung der ISO-Werte kompensiert werden kann.
Die Verarbeitungsqualität entspricht etwa dem, wofür man auch bezahlt. Viel Kunststoff bedeutet ja nicht zwangsläufig eine schlechte Verarbeitung. Einziges Manko ist die "Kriechneigung", d. h., das selbsttätige Einschieben bzw. Ausfahren des Tubus bei nach oben bzw. unten weisender Frontlinse, wenn das Objektiv nicht in bis in die Anfangsbrennweite eingefahren oder bis in die Endbrennweite ausgefahren wurde.
You get what you pay for! Diese Regel kann auch Nikon nicht außer Kraft setzen, auch nicht mit einem wirklich guten Superzoom. Denn für ein Superzoom mag das 18-200 VR sehr gut sein. Doch als 18-24 mm-Weitwinkel ist es nicht überzeugend, als 30-35 mm-Standardobjektiv zu lichtschwach, für eine 60-90 mm-Portraitlinse hat es kein schönes Bokeh, und als mittleres bis langes Tele weist es eindeutig zuwenig Lichtstärke, zuviel Verzeichnung und zuviel Vignettierung auf. Ein gutes Allround-Objektiv ist nur äußerst selten in irgendeiner Einzeldisziplin echte Spitzenklasse; es ist immer ein Kompromiss. Im Fall des 18-200 VR ist Nikon dieser Kompromiss gut gelungen.
Daher vergebe ich - unter dem ausdrücklichen Vorbehalt, dass das 18-200 VR aufgrund der festgestellten Einschränkungen kein Objektiv für Profis oder extrem anspruchsvolle Amateure ist! - vier Sterne.
Zuvor hatte ich die Kombination 18-55 und 55-200 von Nikkon mit VR, da ich sparen wollte. Es lohnt sich nicht, denn das 18-200 von Nikkon macht, Dank VR und einem super System, geniale Bilder. Ich bin erstaunt, wie gut die Bildqualität ist. Das Objektiv ist zwar schwerer, aber so liegt die komplette Kamera auch besser in der Hand.
Ich kann dieses Objektiv nur empfehlen, vor allem für Allrounder ein musthave.
Ich nutze das Objektiv an einer Nikon D5000 und habe eher einen guten Kompromiss erwartet. Umso mehr bin ich positiv überrascht. Die Abbildungsleistungen sind wirklich hervorragend. Die Vignettierung ist gering, chromatische Aberrationen konnte ich nicht feststellen. Im Weitwinkel kommt es zu geringfügigen Verzeichnungen. Ich habe jedoch die automatische Verzeichnungskorrektur in meiner Kamera aktiviert, die ausgezeichnete Resultate bringt und mir in dieser Hinsicht Nacharbeit am Computer erspart. Der Bildstabilisator leistet exzellente Arbeit! Mir sind schon viele Aufnahmen mit 1/2 Sekunde Belichtungszeit gelungen, die eine tadellose Schärfe aufwiesen.
Das hier oft geschilderte Problem mit dem ungewollten Ausfahren des Tubus kann ich nicht bestätigen. Der Einstellring bietet einen definierten, relativ hohen Widerstand. Möglicherweise hat Nikon hier etwas geändert. Mein Objektiv habe ich im Kit mit der D5000 Anfang Mai 2009 erworben. Auch ein Bekannter von mir, der selbst dieses Objektiv besitzt, stellte fest, dass der Einstellring bei ihm viel zu leichtgängig reagiert.
Noch etwas zur Naheinstellgrenze. Diese wird mit 50 cm angegeben. Das trifft nur auf den Weitwinkel zu. Im maximalen Tele kann man bis 20 cm scharf stellen und gute Makros realisieren.