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Seit fast einem Jahr hängt bei mir der KDL-52 EX1 an der Wand. Die teure, extra-flache Wandhalterung von Sony habe ich mir erspart und eine no-name Wandhalterung bis 60" gekauft, die mir nach einem geringen Wandabstand aussah. Das war genau richtig, der Fernseher hängt bombenfest und es sieht toll aus. Die Sendeeinheit habe ich ca. 5m entfernt in gerader unverbauter Linie zum Fernseher gesetzt, so dass ich eine "cleane" Wand habe. Installation und Inbetriebnahme waren kein Problem.
Ich habe DVD-T per Hausantenne mit sehr starkem Signal, IP-TV (HDTV) und einen Sony Blueray-Player. Das Bild ist bei DVB-T eher etwas matschig, wobei je nach Sender (Bouquet)große Unterschiede zu verzeichnen sind - von sehr guter Qualität bis mäßig. Hier ist meines Erachtens DVB-T einfach von der Datenrate her auf der großen Bildschirmdiagonale an seine Grenzen gekommen. Der Fernseher macht das Beste daraus. Mit etwas Abstand zum Screen lässt sich ganz gut DVB-T schauen. Bei IP-TV ist das Bild eine Nuance besser, aber genial ist es erst bei HDTV per IP-TV. Das Bild ist unglaublich scharf, nur noch die Qualität des Ausgangsmaterials macht den Unterschied. Ein alter Film auf einem HDTV-Kanal bleibt eben ein alter Film. Fußballspiele sind perfekt von der Bildqualität her, bei Filmen fällt neben den tollen Farben besonders das satte Schwarz positiv auf. DVDs und Bluerays sind kein qualitativer Vorteil mehr zu HDTV. Besser als "top" geht es eben nicht. Dass beim EX1 drahtlos nur 1080p statt 1080i möglich ist, hatte ich vorher gelesen. In der Praxis macht es erwartungsgemäß keinen Unterschied.
Das alles klingt nach einer sehr guten Bewertung, wenn nicht die drahtlose Verbindung Kummer machen würde. Sie ist sehr stabil, aber produziert periodisch Geisterbilder/Doppelbilder, die nur durch einen Neustart des Fernsehers für kurze Zeit verschwinden. Die Verbindung wird offensichtlich durch drahtlose Fremdnetze gestört. Ich habe mein 2,4 Ghz WLAN deaktiviert, weil es zuerst den Empfang störte. Das war reproduzierbar, obwohl angeblich 2,4 GHz keine Störungen machen dürfte. Nach einiger Zeit kamen die Störungen wieder, es musste ein weiteres drahtloses Netzwerk aus der Nachbarschaft sein. Jetzt kann ich nicht allen Hausbesitzern in der Umgebung verbieten, 2,4 Ghz oder 5,2 GHz Anwendungen zu betreiben. Daher versuchte ich mit Alufolie Fremdeinflüsse abzuschotten, was teilweise gelang. Bisher kamen alle Störungen offenbar von der Seite hinter dem Bildschirm, so dass man mit einigem Aufwand und viel trial&error gut abschotten kann. Sollte aber mal ein Nachbar auf der anderen Seite es wagen, einen WLAN-Router oder andere gängige Funkanwendungen zu betreiben, bin ich möglicherweise völig aufgeschmissen.
Der Sony Kundendienst kam auf meinen Anruf kostenlos zweimal vorbei. Es ist eine Fremdfirma, beide Male waren die Mitarbeiter völlig inkompetent, gaben sich zwar vor Ort sehr dienstbeflissen, es fanden aber keinerlei Messungen statt. Zumindest einen Scan der gängigen Frequenzen hätte man machen können. Im schriftlichen Bericht stand dann, es würden die "Störungen...von externen Geräten, welche mit einer 5GHz Funkfrequenz arbeiten, verursacht." Da würde ich gerne wissen, woher man das ohne Messung so genau wusste. Da ich mit meinen Nachbarn rede, schließe ich das zudem im relevanten Nahbereich aus. Aber wenn es so wäre, hälfe mir das auch nicht. Denn z.B. viele neue WLAN-Router arbeiten nun einmal in diesem Frequenzbereich. So ein Gerät darf sich durch andere legale Funkanwendungen nicht stören lassen. Noch schlimmer finde ich, dass reproduzierbar einige der fast schon inflationär verbreiteten 2,4 GHz Sender ebenfalls stören.
Ich plane worst case einen MR 100 HDTV-Receiver zu kaufen und des Gehäuses zu berauben, um ihn unsichtbar hinter den Bildschirm an die Wand zu setzen und so über den am Bildschirm vorhandenen HDMI-Port drahtgebunden zu gehen. Das ist nur deshalb in meinem Fall möglich, weil ich beim Hausbau u.a. einen Netzwerkanschluss und mehrere Steckdosen hoch in die Wand habe setzen lassen. Ansonsten hätte ich das viele Geld für den ansonsten tollen Fernseher völlig vergeblich ausgegeben.