Merkliste
Als Lepidopterologe (jemand, der sich intensiv mit Schmetterlingen beschäftigt), bin ich zur sicheren Bestimmung von Tagfaltern auf ein qualitativ hochwertiges Fernglas mit geringem Nahabstand angewiesen. Seit einigen Jahren verwende ich das MINOX BD 8 x 32 BR asph mit einer Nahdistanz von 1,6 m (Gewicht 620 g), meine Frau seit diesem Jahr das günstigere Minox BV 8x42 BR mit einem Nahbereich von 1,2 m. Beide Ferngläser sind für Tagfalterbeobachtung hervorragend (wobei meine Frau ihr Gerät mit 780 g auf die Dauer zum Tragen doch als recht schwer empfindet). Als ich dann von den Pentax Papilio Ferngläsern erfuhr, entschied ich mich, das Pentax 6,5 x 21 als "immer-im-Auto-dabei-Fernglas" zu kaufen. Es reizte natürlich der unglaubliche Nahabstand von nur 50 cm!
Nun, das Fernglas heißt nicht umsonst ,Papilio`: es ist eine richtige Offenbarung, kleine Falter aus kürzester Distanz zu beobachten, es übernimmt dann die Funktion einer Lupe, die kleinste Details ans Licht bringt. Sehr geschickt z.B. zur Unterscheidung des Braunkolbigen Dickkopffalters vom Schwarzkolbigen Dickkopffalters, wo das wichtigste Unterscheidungsmerkmal die Färbung der Fühlerspitzen sind. Solch kleine Details kann man bei günstigem Licht mit den Minox Ferngläsern gerade noch so erkennen.
Sehr klug gelöst beim Papilio ist die optische Konstruktion, da liegen die Austrittsgläser direkt aneinander, damit das linke und rechte Bild im Nahbereich doch mehr kongruent sind. Die Bildqualität ist sehr gut (wenn auch nicht ganz so gut wie bei den Geräten der Konkurrenz), ich habe in dieser Preisklasse nicht mit solch einem klaren und scharfen Bild gerechnet. Sehr angenehm das geringe Tragegewicht von nur 290g! Zum Fokussieren vom Fern- in den Nahbereich muss man zugegebenermaßen ordentlich kurbeln, aber beim Beobachten von Insekten muss man flink sein und daher jederzeit wissen, auf was für eine Entfernung das Fernglas gerade eingestellt ist. Ich stelle daher im Ruhezustand" etwa 2 Meter ein, da bin ich flott sowohl im Nah- als auch im Fernbereich.
Hört sich alles toll an, aber es gibt auch einen beachtlichen Nachteil: das Blickfeld ist recht klein, es fällt mir recht schwer, einen fliegenden Falter ins Visier zu bekommen und dann mit dem Fernglas zu verfolgen. Ich muss das Pentax 6,5 x 21 zu oft von den Augen absetzen, um den Schmetterling wieder erneut zu lokalisieren. Manche Tagfalter sind halt sehr nervös und scheu, da kommt es auf schnelles Fokussieren an um schleunigst das eigentliche Bestimmungsmerkmal erkennen zu können, bevor der Falter das Weite sucht (beim Pentax 8,5 x 21 mit dem noch kleineren Blickfeld stelle ich mir die Handhabung diesbezüglich als noch schwerer vor, von dem Fernglas will ich abraten).
Fazit: für ambitionierte Lepidopterologen erachte ich das Pentax 6,5 x 21 Papilio nicht als die erste Wahl, da das Verfolgen von schnell umher fliegenden Schmetterlingen ein zu schweres Unterfangen ist. Aus dem Grunde (und aufgrund der zu geringen Vergrößerung) rate ich auch von dem Fernglas zum seriösen Beobachten von Vögeln ab.
Aber Schmetterlingseinsteigern bietet das Pentax 6,5 x 21 ein qualitativ hochwertiges Gerät zu einem unschlagbaren Preis, ein ideales Fernglas um Falter etwa beim Nektarsaugen zu beobachten und zu bestimmen. Profis hingegen profitieren von der phänomenalen Nahdistanz von 50cm, die beim ruhenden Falter wirklich jedes kleinstes Detail offenbart! Last but not least bietet das Papilio einfach ein ungeahntes sinnliches Vergnügen, es macht einfach Spaß, in die Makrowelt einzutauchen und z.B. jede Schuppe eines Allerweltstagpfauenauges rattenscharf betrachten zu können.
So schleppe ich armer Tropf statt einem Fernglas nun meist zwei Ferngläser mit: mein Minox und das neue Pentax Papilio!
Das ganz Besondere an diesem Glas ist natürlich der Nahbereich. Bis auf 50 cm kommt man heran, was dem Beobachter eine ganz neue Welt erschließt. Feine Pünktchen auf Blättern, die man bisher für Dreck gehalten hat, stellen sich nun als Kleinlebewesen heraus und man erkennt die unterschiedlichen Gewohnheiten von Libellen bei der Eiablage. Fliegenden Insekten zu folgen, ist mit dem Glas aber schwierig. Dazu ist das Sehfeld zu eng (131 m) und die Schärfentiefe im Nahbereich prinzipiell zu gering. Ein Stativgewinde ist vorhanden.
Ein paar Schwächen leistet sich das Papilio auch. So ist es etwas mühsam, den richtigen Einblick zu finden und das verwendete Gummi der Armierung ist klebrig und hinderlich beim Einfädeln in die mitgelieferte Tasche. Außerdem gibt es ein Geisterbild, das bei sehr hellen Objekten im Bild stört. Bei ausgeglichen Lichtverhältnissen sieht man es nicht, aber es bleibt die Gewissheit, dass es dazu beiträgt, den Kontrast zu mindern.
Dennoch ist das Papilio unbedingt seinen Preis wert. Für diesen Nahbereich finden sich sonst nur Monokulare und das Papilio dient ja zugleich noch als normales Fernglas.
da kann ich mich nur anschliessen. das glas ist fantastisch.
helles bild, kontraststark, knackscharf.das papilio ist jeden euro wert.
Dieses Fernglas ist etwas Besonderes: Mit ihm kann man bis auf 50cm scharfstellen! (Üblicherweise schaffen es Ferngläser bis auf vielleicht 2m, wenn überhaupt.) Somit ist es prima geeignet, um Insekten zu beobachten oder sich Blüten genauer anzuschauen - oder einfach alles, was der Wegesrand hergibt. Es ist sehr leicht (unter 300g) und stört daher nicht sonderlich beim Mitnehmen. Die Tasche kann am Gürtel befestigt werden. Für die Dämmerung ist es aufgrund seiner kleinen Objektivöffnung allerdings nur eingeschränkt geeignet - wie andere kleine Ferngläser auch. Pentax gewährt 25 Jahre Garantie.
Auch für jemanden, der schon ein oder mehrere Ferngläser hat, kann das Papilio eine Ergänzung für den Nahbereich sein. Wer an Naturbeobachtung interessiert ist, sollte sich dieses pfiffige Fernglas unbedingt anschauen. Ich hatte bei der Anschaffung dem 6.5x21 den Vorrang vor dem 8.5x21 gegeben, denn bei der Vergrößerung von 8.5 ist die Austrittspupille arg klein.